Heute Morgen habe ich beim Kaffeetrinken in der Zeitung folgenden Artikel gelesen. Aufgrund meiner Begeisterung über diesen Artikel (geschrieben von K. Gautschi) möchte ich Ihn der „Manneobig.ch“ Leserschaft zugänglich machen:
Die Pfefferspray-Armee
Bekanntlich hat das VBS unter seinem Vorsteher Bundesrat Samuel Schmid, hinter vorgehaltener Hand «El Dynamico» genannt, kürzlich beschlossen, den Wachtdienst der Truppe mit scharfer Munition prinzipiell abzuschaffen und die Angehörigen der Armee (AdA) stattdessen mit Pfeffersprays zu bewaffnen.
Da bei ersten Einsätzen viele Wehrmänner den für sie ungewohnten Spray irrtümlich verkehrt in der Hand hielten und sich reihenweise selbst ausser Gefecht setzten, wurde im Departement sofort eine «Arbeitsgruppe Pfefferspray» gebildet. Die sieben abkommandierten Generalstabsoffiziere fassten den Auftrag, die Ausbildung am Pfefferspray und dessen Einsatz in geordnete Bahnen zu lenken.
Der Chef der Gruppe, ein Brigadier, erklärte die Festlegung einer entsprechenden Abkürzung – wie in unserer Armee üblich – als wichtigste Aufgabe. Nach drei Sitzungen entschied man sich mit vier zu drei Stimmen für «Pf Spr 08». In 2. Priorität galt es, die geeignetste Pfeffersorte zu evaluieren. Zwar existieren ja bereits verschiedene Sprays, die leicht erhältlich sind, doch handelt es sich dabei meist um ausländische Produkte, die schon aus diesem Grund für die Schweizer Armee als unzuverlässig gelten müssen. Zudem galt es, der Schweizer Rüstungsindustrie zu einem Grossauftrag zu verhelfen.
Um die Wahl der richtigen Pfeffersorte durch breit angelegte Versuche zweifelsfrei abzustützen, wurde eine Zusammenarbeit zwischen dem ABC-Kompetenzzentrum Spiez und der Militärküchenchef-Schule Thun angeordnet und die Arbeitsgruppe um vier Generalstabsoffiziere erweitert. Gleichzeitig beschloss man, pro Bataillon die Funktion eines speziellen Pfefferspray-Offiziers (Pf Spr Of) zu schaffen. Auch ging man sogleich an die Ausarbeitung des Reglements «Der Pfefferspray 08 und dessen Handhabung». Dies beschäftigt seither drei weitere Generalstabsoffiziere.
Bei der Wahl der Pfeffersorte mischte sich erstmals die Militärkommission des Nationalrats ein. Weil vorgesehen war, die Farbe des verwendeten Pfeffers auf der Spray-Etikette abzubilden, lehnten die Vertreter der SVP mit Unterstützung anderer bürgerlicher Parlamentarier den roten und den grünen Pfeffer kategorisch ab. Reformierte Kommissionsmitglieder votierten gepfeffert gegen den schwarzen Pfeffer. Schliesslich setzte sich der weisse durch.
Erst nach einer drillmässigen Ausbildung, in welcher unter schwierigsten Gefechtsbedingungen blinde Sprays, so genannte Übungspfeffersprays (Ü Pf Spr 08), verwendet werden, und nach Bestehen eines schwierigen Tests darf der AdA scharf pfeffern. In Pf-Spr-Wettkämpfen kann er das Spezialistenabzeichen erringen (ein weisses Pfefferkorn auf violettem Grund).
Rüstungsbetriebe des Bundes sind nun daran, einen speziellen Schweizer Pfefferspray zu entwickeln. Um den Gegner frühzeitig erkennen zu können, wird ein Nachtsichtgerät eingebaut und zur anschliessenden Alarmierung dient ein integriertes Funkgerät. Der Prototyp dieses Pfeffersprays wiegt 3 Kilogramm.
Und wo gehört wohl derjenige hin, der das Pfeffern befohlen hat? Richtig: dorthin, wo der Pfeffer wächst.